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Der Transponderpass
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Die Transpondertechnik

(aus der Redaktion 'Boote')
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Schwere Zeiten für Diebe

BOOTE stellt in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei und der Polizei ein neues Sicherungssystem für Sportboote und Yachten vor. Die so genannte Transponder-Technik macht Boote fälschungssicher und identifizierbar.

So kann der Boots-Transponderpass aussehen: Links befinden sich die Transponder, die man am Boot montiert, rechts findet man die darauf gespeicherten Daten wie Rumpfnummer, Werft, Typ und Baujahr.

Datenverwaltung und Fahndungs-Ausschreibung übernimmt die Bundesdruckerei in Berlin.

Motorboote sind beliebt. Doch leider nicht nur bei redlichen Skippern. Auch Diebe finden zunehmend Gefallen an der leichten maritimen Beute.

Die Gründe liegen auf der Hand: ungesicherte Liegeplätze, spielend zu knackende Schlösser und nicht zuletzt fehlende Identifikations-Merkmale machen Boote quasi zum Freiwild für zwielichtige Gestalten.

Besonders betroffen sind dabei trailerbare Boote, die problemlos in leerstehenden Scheunen oder auf Großstadt-Hinterhöfen zu verstecken sind. Hier werden dann die meist nur aufgeklebten Kennzeichen entfernt, das Boot umlackiert und als "Gebrauchtboot" wieder angeboten. Oft finden gestohlene Boote auch ihren Weg in unsere östliche Nachbarstaaten und laufen dann als "Euro-Import" auf der Masurischen Seenplatte.

Doch was kann man tun? Alarmanlagen, versteckte Hauptschalter und Trailerschlösser allein können das Problem nicht lösen. Sie schrecken allenfalls Amateur-Langfinger ab, die dann rausgerissene Kabelbäume und zerschlagene Kajüttüren hinterlassen. Für Profis, die Boote im großen Stil und meist im Auftrag stehlen, stellen derlei technische Einrichtungen keine Hürde dar.

Hauptproblem ist und bleibt die praktisch unmögliche Identifizierung gestohlener Boote. Rumpf-, Motor- und Antriebsnummern sind leicht zu entfernen oder durch andere Nummern zu ersetzen.

Und sind diese Nummern erst einmal weg, kann niemand mehr mit Gewissheit sagen, wer der rechtmäßige Eigner ist - leichter kann man es Dieben nun wirklich nicht machen.

Dies ist auch das Dilemma, in dem Polizei und Versicherungen stecken.

Zwar finden sie erstaunlich viele Boote ungewisser Herkunft wieder, einen Diebstahl oder Hehlerei nachzuweisen gelingt ihnen in der Regel jedoch nicht.

Abhilfe würde, da sind sich Polizei und Versicherungs-Profis einig, eine einheitliche, nicht entfernbare Kennzeichnung bringen. Die Crux ist nur, dass es eine solche Kennzeichnung bisher nicht gab.

Bisher? Ja, Sie haben richtig gelesen. BOOTE entwickelte in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei (Herstellung fälschungssicherer Dokumente), der Polizei und den Bootsversicherungen den so genannten Bootstransponder, der das Identifizierungsproblem ein für allemal löst.

Was ist ein Transponder?

Die Transponder-Technik stammt aus der Luftfahrt. Sie ermöglicht Radarstationen und Fluglotsen unbekannte Flugzeuge einwandfrei über große Entfernungen zu identifizieren. Sowie der Radarstrahl das Flugzeug trifft, sendet ein im Flugzeug installierter Transponder automatisch eine Identifizierungsnummer, anhand deren die Flugleitung erkennt, wer da geflogen kommt und um welchen Maschinen-Typ es sich handelt.

Ähnlich funktioniert der Boots-Transponder. Auch er sendet auf Anforderung durch ein spezielles Lesegerät die in ihm gespeicherten Daten. Im Gegensatz zum Flugzeug-Transponder ist der Bootstransponder jedoch passiv. Das heißt, er benötigt weder Spannungsversorgung noch externe Antennen. Das etwa Chipkarten große Gerät wird einfach von innen am Bootsrumpf befestigt und bedarf danach keiner weiteren Pflege oder Wartung.

Der Vorteil: Bootstransponder sind einfach zu montieren und können bei Kunststoffbooten sogar einlaminiert werden. Weiterhin lassen sich auch Beiboote, teures Zubehör oder Außenbordmotoren problemlos nachträglich mit Transpondern bestücken.

Der Nachteil: Die Leseentfernung beträgt nur noch rund einen halben Meter bis maximal 1,60 m (bei entsprechender Antennengröße).

Für die Polizei-Praxis ist diese Entfernung jedoch ausreichend. Ein mit einem Lesegerät ausgestatteter Polizist muss jetzt nicht mehr an Bord gehen, was rechtlich ohnehin nur bei einem Anfangsverdacht erlaubt ist, sondern kann schon beim Längsseitsgehen oder vom Steg aus feststellen, ob das Boot, der Motor oder das Beiboot eventuell gestohlen ist.

Wie funktioniert das?

Der Bootstransponder enthält alle wichtigen Bootsdaten wie beispielsweise Werft, Baujahr, Typ und Rumpfnummer plus einer Identifikationsnummer (ID-Nummer). Personendaten des Eigners werden im Transponder absichtlich nicht gespeichert, um Verwaltungsaufwand beim Bootsverkauf zu verhindern und den Datenschutz zu gewährleisten.

Wird das Boot vom rechtmäßigen Eigner bei den entsprechenden Stellen (Polizei, Versicherung, Notruf-Nummer der Bundesdruckerei) als gestohlen gemeldet, geht die Meldung mit der Boots-ID-Nummer automatisch per Datenleitung an die Polizei-Dienststellen und wird dort ebenfalls automatisch über die Ladestation in das mobile Lesegerät eingespeichert.

Kontrolliert nun ein Polizist per Zufall oder auf Verdacht das entsprechende Boot, bekommt er sofort vom Lesegerät angezeigt, dass es gestohlen ist und kann entsprechende Maßnahmen einleiten. Aufgrund der kleinen Abmessungen und des geringen Preises (dazu später mehr) sind Transponder-Diebstahlsicherungen für alle Neu- und Gebrauchtboote vom 3-m-Schlauchboot bis zur 15-m-Motoryacht geeignet. Auch Außenbordmotoren und teures Zubehör lassen sich mit den kleinen Chips sichern. Je nach Bootsgröße werden 3 bis 5 Transponder installiert.

Wer baut die Transponder im Boot ein?

Grundsätzlich kann jeder Eigner sein Boot, den Außenbordmotor oder teures Zubehör selber mit Transpondern bestücken.

Darüber hinaus können aber auch Werften ihre Boote schon bei der Herstellung mit Transpondern ausrüsten. Bis das zusätzliche Verkaufargument "Transpondergesichert" in den Werft-Prospekten erscheint dürften jedoch noch einige Jahre ins Land gehen und viele Boote verschwinden.

Wo bekomme ich Transponder?

Verwalter der Bootstransponder-Diebstahlsicherung ist die Bundesdruckerei. Bei ihr werden die Transponder hergestellt, die Daten verwaltet, die Diebstahlmeldungen entgegengenommen und an die Polizei verteilt.

Die Erfahrung der Bundesdruckerei mit sicherheitsrelevanten Daten sowie die 24- stündige Erreichbarkeit und die direkte Datenverbindung zu den Polizei-Dienststellen garantieren reibungslosen Ablauf im Diebstahlfall.

Obwohl die endgültigen Preise bei Redaktionsschluss noch nicht feststanden, werden die Kosten für eine Transponder-Diebstahlsicherung für jeden Bootsfahrer erschwinglich bleiben. Vorkalkuliert sind Preise zwischen 50 Mark (Schlauch- und Sportboote bis 5 m sowie Außenborder) und 100 Mark (Sportboote ab 5 m und Motoryachten).

Dafür bekommt man dann einen so genannten Transponder-Pass, in dem alle Daten schriftlich festgehalten sind, 3 bis 5 Transponder, auf denen die Bootsdaten eingespeichert sind, sowie eine Einbauanleitung und die Telefonnummer der 24-Stunden-Hotline.

Anträge für den Transponderpass kann man entweder direkt von der Bundesdruckerei, Abteilung Produktschutz, Rathenaustr. 53, 63263 Neu-Isenburg, bekommen oder auch über die BOOTE-Redaktion, Stichwort "Bootstransponder", Raboisen 8, 20095 Hamburg bestellen.

Darüber hinaus wird das Transponder-Projekt erstmals auf der Friedrichshafener Interboot 2000 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Dort kann man sich dann auch vor Ort ausführlich am BOOTE-Stand (in der Halle 3, am Stand 309) über die neue Diebstahlsicherung, die Transponder-Technik und die Montage im eigenen Boot genau informieren.

Torsten Moench

 
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